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"Nachhaltigkeit ist grün .. Punkt." - das ist (sorry) Unsinn!
Die Grundidee der Nachhaltigkeit ist weder einseitig noch einfarbig. Nachhaltigkeit ist bunt!
Während ein Blogbeitrag über Nachhaltigkeit noch in Arbeit ist, fällt im Netz wiedermal die einseitig ökologische Auslegung des Begriffes auf.
"Nachhaltigkeit ist grün", so oder ähnlich liest man's in unzähligen Artikeln, Beschreibungen und Werbetexten. Nachhaltigkeit wird dabei mit Schutz von Natur, Umwelt und Klima, mit erneuerbaren Energien und ökologischer Verantwortung von Unternehmen gleichgesetzt.
Das hört sich gut und vernünftig an, stimmt aber in dieser Vereinfachung nicht! Es ist schlicht und einfach sachlich falsch. Denn Nachhaltigkeit beinhaltet drei zentrale Kriterien. Der Bereich Ökologie ist nur eines dieser Kriterien. Die beiden anderen sind Ökonomie (Wirtschaft) und Soziales.
Ökologie: Wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige!
Die Probleme in der Umwelt, bei Klima- und Naturschutz sind ohne Frage wichtige Zukunftsaufgaben. Diese Meinung teilen auch die Initiativenmitglieder und Dorffreunde. Nicht umsonst wird in allen relevanten Bereichen des Landprojektkonzeptes durchgängig ökologisch überlegt, diskutiert und geplant.
Aber, es sind nicht die einzigen! Genau das wird aber gern von öko-denkenden Menschen und Akteuren zu oft unter den Tisch gekehrt. Bestenfalls findet man das Wort 'sozial' in Reden, Statements und Texten auf Webseiten als schmückendes Beiwerk.
Das Soziale erscheint dann entweder plakativ hervorgehoben oder irgendwo als Randnotiz. Inhaltlich findet sich nur zu häufig nichts, was den sozial Benachteiligten bzw. dem sozialen Generationenproblemen Arbeitslosigkeit und Armut in Deutschland auch nur annähernd gerecht wird.
Das klassische Dreisäulenmodell: "Nachhaltigkeit ist bunt!"
Für das Ziel guter nachhaltiger Entwicklung von Gesellschaften und Staaten hat sich weltweit ein dreistufiges Modell durchgesetzt:
"Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, die auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet werden." liest man bei Wikipedia dazu. Im Anschluß daran folgen drei kurze Absätze zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit.
Nach diesem Dreisäulenmodell gibt es keine Vorrangstellung oder besondere Gewichtung einer der drei Komponenten. Für das Entwickeln nachhaltiger Gesellschaften ist vielmehr das gegenseitige Akzeptieren wichtig.
"Für den Diskurs um nachhaltige Entwicklung war das Drei-Säulen-Modell „stilbildend“. Es verlangte von den ökologischen, ökonomischen und sozialen Akteuren die wechselseitige Akzeptanz der jeweiligen Interessen." Quelle: Wikipedia
In Kürze zusammengefasst: Nachhaltigkeit ist nicht grün, sie ist auch grün. Und um das anerkannte Nachhaltigkeitsmodell in die Blumigkeit der Farbenlehre zu übersetzen: "Nachhaltige Entwicklung ist weder einseitig noch einfarbig. Nachhaltigkeit ist bunt!
Soziale Nachhaltigkeit: Akteure (zu) oft ein wenig farbenblind
Vernachlässigt wird dabei die soziale Nachhaltigkeit. Und das, obwohl wir in Deutschland hier große Problemaufgaben haben, die Millionen Menschen, Gesundheitsbereich, Gesellschaft und die Volkswirtschaft ganz erheblich belasten: Massenarbeitslosigkeit und Armut.
Nachhaltige Lösungen sind hier für die Zukunft mindestens genauso wichtig wie in den Bereichen Umwelt, Klima und Energie. Und ähnlich wie in der Ökologie gilt auch hier, daß Nachhaltigkeit sich gesamtwirtschaftlich rechnet. Man bedenke nur, daß längere Zeiten von Arbeitslosigkeit krank machen, nicht selten chronisch. Sie verursacht dabei neben menschliches Leiden auch (dauerhaft) hohe Kosten im Gesundheitswesen.
"Ein grünes, umweltfreundliches Deutschland ohne Atomkraft dafür aber mit Millionen armen, ausgegrenzten
und häufig kranken Menschen ist weniger nachhaltiges Zukunftsmodell als eine Horrorvision." meint die Initiative für ein 'Soziale Dorf'.
"Ein lebenswertes Land nur für diejenigen auf der Sonnenseite der Gesellschaft bedeutet nicht nachhaltige Entwicklung sondern führt zu neuen sozialen Konflikten!"
Ein hohes Maß an Arbeitslosigkeit ist meist auch mitverantwortlich für immer wieder auftretenden Fachkräftemangel. Dieser Mangel behindert die Wirtschaft phasenweise ganz erheblich. In Zeiten florierender Konjunktur wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ganz empfindlich ausgebremst.
Hier wären klug ausgerichtete Projekte sozialer Nachhaltigkeit durchaus in der Lage, sowohl Armut zu verringern als auch die Lücke Facharbeitermangel schließen zu helfen.
Nicht entweder sozial oder ökologisch nachhaltig, sondern sowohl als auch!
In diesem Beitrag geht es nicht darum, im Gegenzug zur grünen Übermacht nun die Soziale Nachhaltigkeit an die Spitze zu argumentieren. Denn ein Gegeneinander von grüner und sozialer Denkweise ist alles andere als hilfreich.
Es geht vielmehr um ökologisch-soziale Ausgewogenheit in der öffentlichen Diskussion und in Nachhaltigkeitsideen für die Zukunft. Gute, dauerhaft tragfähige Lösungen für die Bereiche Arbeitslosigkeit und Armut in Deutschland dürfen dabei nicht ausgeblendet werden.
Eine gesunde Nachhaltigkeitsdiskussion in Deutschland muß Ökologie und Soziales in einer gesunden Mischung berücksichtigen. Oft wird davon gesprochen, aber nur zu selten ist das tatsächlich der Fall.
Auf die Gefahr mich zu wiederholen: "Nachhaltigkeit ist nicht ausschließlich grün. Sie ist ökologisch & sozial! Gesunde zukunftsgerichtete Nachhaltigkeit in und für Deutschland ist bunt."
Demnächst mehr zu Nachhaltigkeit
(besonders sozialer) hier im Newsblog
Autor: Detlef Müller
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