Internationaler Tag der Umwelt: Ökosystem Wald intensiv schützen - nachhaltig nutzen

Eingereicht von Maria Herzger am 05. Jun 2011 - 00:00 Uhr

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Die Lebensumstände auf unserem Globus werden maßgeblich von den Umweltbedingungen geprägt. Die Atomkatastrophe in Japan, die Ölpest am Golf von Mexiko, insbesondere auch der für uns merklich spürbar voranschreitende Klimawandel haben uns die Schranken gelehrt und verdeutlichen die Auswirkungen der Umwelt auf unser aller Dasein. In einer kranken Umwelt kann es folglich kein gesundes Leben geben. Die zunehmende Umweltzerstörung nimmt u. a. massiven Einfluss auf die Artenvielfalt sowie die klimatischen Bedingungen auf der Erde.


„Wälder schützen - für Mensch, Natur und Klima“

Der in Deutschland [1] seit dem 5. Juni 1976 begangene Tag der Umwelt [2], steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Wälder schützen - für Mensch, Natur und Klima“. Die Wahl des Umweltbundesamtes (UBA) unterstreicht die Brisanz einer der bedeutsamen Herausforderungen unserer Zeit, die es zu bewältigenden gilt. Der Schutz der Wälder bietet nicht „nur“ dem Klimawandel wie auch dem fortwährenden Artenschwund Paroli, sondern bewirkt somit auch für uns Menschen äußerst positive Effekte. Denn der Wald ist schützenswerter Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und bietet uns einen einzigartigen Ort zur Erholung.


Nachhaltige Nutzung von Nöten

Die Konsequenzen des stattfindenden Klimawandels sind auf globaler Ebene und somit auch in unseren Wäldern deutlich spürbar. Das diesjährige Frühjahr ist viel zu trocken und lt. Meteorologen das regenärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Deutschlands Wäldern herrscht akute Waldbrandgefahr. Die anhaltende Dürre versetzt die Bäume unter Dauerstress, demzufolge sind sie anfälliger für Schädlingsbefall, z. B. durch den Borkenkäfer. Auch verläuft das Baumwachstum durch den dauerhaft bestehenden Wassermangel deutlich langsamer. Die intensiv betriebene Forstwirtschaft und die stetig wachsende Nachfrage nach Holz als Brennstoff, bewirken nicht zu unterschätzende negative Auswirkungen auf das Ökosystem Wald.


CO2-Ausstoß so hoch wie nie

Messungen der Energieagentur (IEA) kommen zu dem Ergebnis, dass der weltweite Ausstoß an “klimaschädlichen” CO2 [3] im Jahr 2010 auf Rekordniveau angestiegen ist. Die im Dezember 2010 von den Teilnehmern des UN-Klimagipfels im mexikanischen Cancún festgesetzte Begrenzung der Erderwärmung von zwei Grad, ist Meldungen namhafter Wissenschaftler zufolge nicht mehr haltbar. Gegen diese besorgniserregende Negativentwicklung gilt es alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen.


Nationalpark Wald – Schutz für Mensch, Natur und Klima inbegriffen

Greenpeace fordert in Deutschland verstärkt Schutzgebiete für Buchenwälder [4] zu schaffen. Denn gerade der Wald ist wichtiger Kohlenstoffspeicher und bietet wirksamen Schutz gegen die globale Klimaerwärmung. Die Umweltorganisation kritisiert, dass hierzulande lediglich weniger als ein Prozent der Waldflächen geschützt sind. Die zum Wohle der Papier- und Holzindustrie ausgerichtete profitorientierte Bewirtschaftung von Deutschlands Wäldern, beschleunigt das Artensterben ungemein und zieht weitere negative Folgen für uns alle nach sich.

Die Bundesregierung hat bereits 2007 beschlossen den Anforderungen der UN zu entsprechen und greifende Maßnahmen gegen die schwindende Artenvielfalt einzuleiten. Dementsprechend sollten fünf Prozent der kompletten Waldfläche unter Schutz gestellt werden. Dieses Vorhaben ist jedoch lt. Greenpeace bisher konzeptlos im Sand verlaufen.

„Deutschland trägt als eines der buchenwaldreichsten Länder Europas eine besondere, internationale Verantwortung für den Schutz dieser einzigartigen Wälder, sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Er fordert den sofortigen Schutz der Buchenwälder und bis 2020 die Einrichtung von zehn Nationalparks. Um die Lebensbedingungen für wiederkehrende Tierarten wie Luchs, Wolf und Wildkatze zu verbessern, sollen Wildkorridore als Verbindungen zwischen den Schutzgebieten geschaffen werden.


Verantwortung zeigen - Mischwälder statt Monokulturen

Aus wirtschaftlichen Interessen wurden einst abgeholzte Buchenbestände mit schnellwachsenden Nadelbäumen aufgeforstet. Diese Sünden blieben bekanntlich nicht folgenlos. Bei zahlreichen Stürmen der Vergangenheit entstanden großflächige Schneisen der Verwüstung. Denn die zu den Flachwurzlern zählenden Nadelbäume sind sehr windanfällig und stürzen sozusagen um wie Streichhölzer.

Deshalb ist es unerlässlich Deutschlands Nadelwälder zu widerstandsfähigen Mischwäldern [5] umzubauen, die den klimatisch bedingten Wetterkapriolen wie Trockenheit, Starkregen und Stürmen besser standhalten und auch Schädlingen besser strotzen. Nachhaltige Nutzung der Wälder erhält nicht „nur“ ein wunderbaren Lebensraum unzähliger Tier-, Pflanzen- und Insektenarten, sondern wird ebenso der Verantwortung gegenüber unseren Folgegenerationen gerecht und leistet somit alles in allem einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für Natur, Mensch und Klima.


Logo Creative Commons [6]
Autorin: Maria Herzger [7]
Anmerkungen:
Blogbeitrag zum diesjährigen internationalen Tag der Umwelt (Umwelttag)
FOTOS: Maria Herzger [8]

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  2. http://www.umweltbundesamt.de/service/termine/tdu/index.htm
  3. http://www.readers-edition.de/2011/05/30/c02-ausstoss-so-hoch-wie-noch-nie/
  4. http://www.greenpeace.de/tip/themen/waelder/nachrichten/artikel/schutzgebiete_fuer_buchenwaelder-2/
  5. http://www.myheimat.de/erbendorf/natur/klimawandel-macht-umbau-der-waelder-notwendig-waldfuehrung-im-naturpark-steinwald-d612251.html
  6. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/
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