Eingereicht von Detlef am 04. Okt 2011 - 22:54 Uhr
Mühlenkreis Evakuierungszone von Grohnde, Mindener demonstrieren gegen Atomkraftwerk Grohnde - Das Eichhörnchen seilt sich von der Brücke ab - Gleise und Zufahrten blockiert
Rund 70 Atomkraftgegner aus dem Mühlenkreis haben Sonntag in
Grohnde eine Abschaltung des Atomkraftwerks an der Weser gefordert.
Der BUND Minden - Lübbecke hatte zu dieser Protestaktion
aufgerufen und die Fahrt nach Grohnde organisiert. "Der Mühlenkreis ist
direkt bei einem schweren Störfall im AKW Grohnde betroffen. Er
gehört zur Evakuierungszone", sagt Lothar Schmelzer vom BUND Minden -
Lübbecke.
Zum Auftakt sprach
BUND-Bundesvorsitzender Professor Dr. Hubert Weiger am Bahnhof Emmerthal
zu den Kernkraftgegnern „Wir Bürger müssen geschützt werden und nicht
die Gewinninteressen von E.on und Konsorten“, rief der BUND-Vorsitzende
„Wir werden nicht nachlassen zu demonstrieren bis das letzte AKW auf
dieser Erde vom Netz genommen worden ist,“ versichert Weiger den
Demonstranten.
Atomenergie war ein Experiment zu Lasten der nächsten Generationen, so der BUND-Bundesvorsitzende.
Die
Umweltschützer warfen den Kernkraftwerksbetreiben vor das Problem des
verbauten Stahls „mit Neigung zu spontanen Rissen“ zu verharmlosen.
Anschaulich zeigten sie in einer Dokumentation, dass an den Kühltürmen
im Frühjahr großflächig der Beton abgebrochen sei. Trotz der Probleme
mit dem Stahl habe E.on im September 2007 jedoch beantragt die Leistung
des Atomkraftwerkes Grohnde noch zu erhöhen.
Seit dieser Zeit werde eine Leistungserhöhung auf 4000 Megawatt
von den Behörden geprüft. Kein anderes AKW in Deutschland habe eine
Leistungserhöhung auf einen so hohen Wert bisher genehmigt bekommen.
Die
Kernkraftgegner forderten das Aus für das AKW. In Grohnde kommen in
dem von Eon betriebenen Kraftwerk auch Mischoxid(Mox)-Brennelemente mit
einem hohen Anteil des hochgiftigen Plutoniums zum Einsatz. Die Anti
Atom Aktivisten bemängeln, dass Grohnde noch bis 2021 am Netz bleiben
soll.
Während das Haupttor des Kraftwerks nach der Demonstration durch
eine angemeldete Mahnwache versperrt war, hatten sich vier
Kletter-Aktivistinnen von der Brücke der B83 abgeseilt.
Unter
ihnen war auch Cécile Lecomte, genannt das Eichhörnchen, die Polizei
und Demonstranten mit ihren akrobatischen Einlagen unter der
Straßenbrücke in Sichtweite des Kernkraftwerks Grohnde unterhielt und
Abschaltparolen skandierte.
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Quelle: BUND Minden-Lübbecke (via Mail)
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