von 'Mindener Ratschlag'
Nun schwappt der Protest gegen die Abwälzung der Lasten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Bevölkerung auch nach Minden.
Am Samstag 15.Oktober 2011 wird eine Info-Aktion auf dem Scharn
(vor Hagemeyer) stattfinden. Es gibt Infotafeln über den Weg der Krise.
Aus Island, Griechenland, Nordafrika, Israel, Jemen, Spanien, Portugal,
Frankreich, Belgien, Irland, Großbritannien den USA kommt der
Widerstand.
Vor
allem die jungen Leute, die trotz Bildung keine Lebensperspektiven
aufbauen können, wehren sich massiv gegen die Politik der Reichen in
der Welt.
"Occupy Wallstreet [1]" (Besetzt die Wallstreet)
heißt ihr Slogan in den USA. Gestern wurde ihre Demonstration zur
Besichtigungstour zu den Häusern der reichen Zocker. (Mal sehen, wie
gut die von dem leben, dass sie uns stehlen!) Aus unserer Arbeit,
unseren Ideen und Träumen haben sie riesige Paläste und Imperien
aufgebaut und uns dafür die Zukunft geraubt.
Täglich marschieren die Protestierenden an der New Yorker Börse vorbei und skandieren "You are 1 % - We are 99%" (Ihr seid 1 % - Wir sind 99 %).
Mittlerweile
gibt es diese Bewegung in hunderten von US-amerikanischen Städten -
d.h. in diesen Städten werden Plätze besetzt, die Leute campieren dort,
sie diskutieren, handeln und versorgen sich gemeinsam, sie haben ihre
eigenen Medien.
Da ihnen keine Lautsprecheranlage erlaubt ist,
verstärken sie sich menschlich (Einer spricht vor und in Wellen
sprechen die ZuhörerInnen die Rede in alle Winkel des Platzes). Kreativ
umgehen sie damit alle behördlichen Beschränkungen. Sie berufen sich
ausdrücklich auf die Freiheitsbewegungen in Nordafrika, auf die
griechischen Streikenden, die Empörten aus Spanien. Damit entsteht eine
globale Bewegung, wie wir sie uns lange erhofft hatten.
http://wearethe99percent.tumblr.com [2]
http://wirsinddie99prozent.tumblr.com [3]
Schaut sie euch an! Die Menschen schildern ihre
Situation und drücken ihre Wut über den Kapitalismus aus.Diese
neoliberale Wirtschaftspolitik ist immer konkret: Paläste und
unvorstellbarer Reichtum auf der einen und massivste Armut und
verweigerte Chancen für die andere Seite. Heute darf man das auch
wieder ungestraft Kapitalismus nennen.
In unserem Land haben
die Hartz-Gesetze [4] ihre brutale Wirkung gezeigt: Nach vielen Jahren
aktiver Lohnarbeit beginnt der soziale Abstieg mit begrenzter Dauer von
Arbeitslosengeld und danach der Absturz ins Arbeitslosengeld II mit all
den Folterinstrumenten, die von den Mächtigen als "Fördern und Fordern" verniedlicht werden.
Heute
ist klar, dass diese Gesetze vor allem weniger Vollzeitarbeitsplätze,
dafür mehr geringfügige Jobs und eine Absenkung des Reallohnes um 3 %
gebracht hat. In unseren Nachbarländern stiegen die Löhne im gleichen
Zeitraum um viele Prozente. Während die einen zwangsweise per Kündigung
auf eine Null-Stunden-Woche gesetzt werden, müssen sich die anderen mit
Überstunden und Arbeitsverdichtung durch die Woche bringen.
Aus
diesen Gründen wird in Deutschland billiger produziert als in
Griechenland. Deshalb muss Griechenland mehr Waren importieren und sich
bei deutschen Banken verschulden! Die Banken werden gerettet mit der
Verschiebung des Renteneinstiegsalters, den Rentenkürzungen,
Riester-Renten, dem schlechten Bildungswesen, der sozialen Kürzungen,
den Schließungen von Jugend-, Kulturzentren und Schwimmbädern, den
Verschlechterungen im Gesundheitswesen, es wird wahrscheinlich nichts
geben, was ihnen nicht zum Opfer fallen kann.
Die andere Seite
ist mächtig! Gewiss - sie verfügen über Milliarden, sie haben die
Presse und die Medien, die Armeen, sie besitzen die Fabriken - den
ganzen Reichtum eben!Aber sie sind nur ein Prozent! Ohne uns können sie
gar nichts!Sie brauchen uns sogar um ihren unendlichen Reichtum zu
vermehren! - Und zu schützen! Selbst das können sie nicht allein. Sie
tun zwar so, als wenn wir unnütz wären, lassen uns das bei jeder
Gelegenheit wissen. Sie nennen uns "Kostenfaktor" oder "Konsument". Sie machen das mit ihrer Maschine sogar recht erfolgreich - Massenmedien und Gesetze missbrauchen sie dafür tagtäglich.
Aber wir sind neunundneunzig Prozent! Ohne die da oben fehlt uns nicht viel!
Im
Gegenteil: wir würden den von uns geschaffenen Reichtum unter uns
aufteilen und vermehren. Ihr merkt schon, wenn ihr an die Krise denkt, "Kostenfaktor" sind die deren Reichtum uns die Zukunft kostet. Können wir uns solche "Kostenfaktoren" wie Spekulanten überhaupt noch leisten?
Und
sind wir nicht vielmehr die Produzenten und die, die von unserer Arbeit
reich werden, sind das nicht die eigentlichen Konsumenten?
Wir sind nicht allein. In Minden haben auch andere Infotische angemeldet.
In vielen Städten Deutschlands finden lokale und kreative Aktionen statt.
In ganz Europa gehen die Menschen auf die Straßen und auch im "Mutterland" des Kapitalismus finden in hunderten Städten Protestaktionen statt.
Uns alle eint:
Legen wir dieses Wirtschaftssystem an die Kette!
Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand.
Wir können das besser!
Samstag, 15.Oktober 2011
Aufbau der Stände um 10.30 Uhr Treffpunkt am Rathaus
Beginn der Aktion um 11.00 Uhr
Versammlung um 15.00 Uhr
VON: 'MINDENER RATSCHLAG'
Quelle: scharf links [5]
Kommentare
Neuen Kommentar hinzufügen [23]Spätvormittags ging's los mit Infoständen von Attac ua. am Rathaus.
Ab 15 Uhr dann Kundgebung an der Martinitreppe, bei der ca. 50 - 70 Menschen gekommen waren.
In Minden soll es weitergehen, wie ist derzeit noch offen. Darüber wird beim Treffen der Attac-Ortsgruppe gesprochen werden.
Es wurde Kontakte ausgetauscht.
Das Mindener Tageblatt hat in den Letzte Meldungen bisher nichts stehen, aber in den Topmeldungen einen Bericht über die Aktinen in Deutschland:
Kapitalismuskritiker gehen auf die Straße [25]
Im Twitter von Attac Minden [27] kann man's lesen .. das erste Treffen der Bürgerbewegung 'Empört euch!' im ostwestfälischen Minden findet sich am kommenden Donnertag im Bildungswerk & Forum in der Oberen Altstadt statt.
Attac_Minden
Gruß
Detlef Müller [29]