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Newsbeiträge
Netzwerk Soziale Verantwortung - CSR-Tag: Heiße Luft und freie Märkte
Gestern fand in Maria Enzersdorf bei Wien der 6. CSR-Tag unter dem Motto „CSR in Europa“ statt. Während des Tages wurden die Erfahrungen
mit CSR in Europa begutachtet.
In der Schlussrunde am Nachmittag stellten VertreterInnen der Wirtschaft, respact-Vorstandsmitglied Mag.
Werner Wutscher, sowie der Vorstandsvorsitzende vom Netzwerk Soziale Verantwortung DI Dr. Franz Fiala ihre Message an die österreichische
Politik dar. Für Dr. Fiala steht fest: „Eine substanzielle Nachhaltigkeitspolitik kann nur auf dem Primat der Politik über die Ökonomie aufbauen.“
Soziale Verantwortung als öffentliche Aufgabe
Die Festlegung gesellschaftlich wünschenswerter Handlungsweisen von Organisationen und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung ist per Definition eine öffentliche Aufgabe. Daher ist ein Delegieren dieser Befugnisse an private Einrichtungen grundsätzlich problematisch. Nichts anderes stellt aber die Beschränkung auf das CSR-Konzept dar, das gesellschaftliche Verantwortung auf freiwillige Maßnahmen reduziert und dabei Unternehmen weitgehende Gestaltungsfreiheit einräumt. NeSoVe als Netzwerk von ArbeitnehmerInnenvertretungen wie der GPA-djp und dem ÖGB sowie Nichtregierungsorganisationen kritisiert diese neoliberale Politik der Deregulierung. Gesellschaftlich wünschenswerte Handlungen müssen primär über gesetzliche Bestimmungen sichergestellt werden. Auch im freiwilligen Bereich müssen demokratisch legitimierte Regeln zur Anwendung kommen.
Allgemeine Kriterien sind nicht anspruchsvoll
Der Aktionsplan CSR der deutschen Bundesregierung wurde während dem CSR-Tag als Vorbild auch für Österreich in den Mittelpunkt gestellt. Diese Begeisterung kann NeSoVe nicht teilen. Er ist zahnlos und entspricht ganz den Wünschen der Industrie. Demgegenüber sollte ein österreichischer Aktionsplan auf der Verbindung von Regulierung und freiwilligen Instrumenten beruhen und – entgegen schmalbrüstigen CSR-Regeln wie Global Compact, ISO 26000 oder ON Regel 192500–anspruchsvolle und selektive Kriterien festlegen. Auf Grundlage der von österreichischen Interessensgruppen identifizierten Hauptprobleme müssen „konkrete Ziele in allen relevanten Handlungsfeldern wie ArbeitnehmerInnenschutz, Umweltschutz, Verbraucherschutz etc. definiert und die Maßnahmen zu ihrer Erreichung festgelegt werden“, so Fiala. Nur so können allgemeine und sektorspezifische „Best-practice“-Dokumente mit klaren Benchmarks und Berichtspflichten erarbeitet werden. Ein politischer Appel an die Unternehmen ist nur begrenzt wirksam. „Sonst hätte sich nachhaltiges Wirtschaften schon längst gesamtgesellschaftlich durchgesetzt“ erklärt Fiala.
Weitere Informationen:
http://www.netzwerksozialeverantwortung.at/pages/csr-und-politik/unser-verstaendnis-von-csr.php
Rückfragehinweis:
Ass.jur. Marieta Kaufmann - Geschäftsführerin NeSoVe
Erdbergstraße 10/37; A-1030 Wien
Tel.: 01/236 10 30-37; Mobil: 0680/40 45 982
Email: marieta.kaufmann [@] sozialeverantwortung.at; http://www.nesove.at
Quelle: NeSoVe (ECCJ)
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