Nachhaltigkeit über die Grenze des ökoSozialen Dorfes hinaus
Die eigens produzierten Erzeugnisse des Öko-Bauernhofs sowie des Öko-Gartenbaubetriebes werden im ortsansässigen Hofladen vertrieben und hoffentlich auch in der Öko-Kantine zahlreiche hungrige Abnehmer finden.
Um das Angebot im Dorfladen breitgefächert zu gestalten ist vorgesehen, zusätzlich von außerhalb biologisch produzierte Lebensmittel sowie Waren aus fairem Handel [1] ins Repertoire aufzunehmen. Ökologische und gesundheitliche Nachhaltigkeit wird im ökoSozialen Dorf großgeschrieben.
Demzufolge steht für das ganzheitlich ausgerichtete Projekt außer Frage, dieser gesellschaftlichen Verantwortung [2] für menschenwürdige Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen, auch weit über die Grenzen des Sozialen Dorfes [3] hinaus, gerecht zu werden. Mit dem Angebot sozial- und unter Umweltgesichtspunkten verträglich produzierter Produkte, wird die eingeschlagene ökologische, soziale und umweltverträgliche Linie, somit in alle Bereiche des gemeinschaftlichen Miteinanders und den grundsätzlich gesteckten Zielen des ökoSozialen Dorfes mit einfließen bzw. umgesetzt und gleichermaßen nach außen hin vertreten.
Fairtrade-Standards bewirken Verbesserungen für Benachteiligte
Die verbindlich festgeschriebenen Standards der Fairtrade-Organisation sind Ökologie, Ökonomie sowie Soziales und stehen mit den für das Soziale Dorf festgelegten Grundsätzen in vollem Einklang.
Die zertifizierten Fairtrade [4]-Richtlinien forcieren ökologischen Anbau und dämmen die Ausweitung von Armut und Elendsvierteln in armen Ländern wie z. B. Asien, Lateinamerika und Afrika ein. Ebenso sind Kinder- und Zwangsarbeit [5] verboten. Durch die Einhaltung von Arbeitsschutzvorrichtungen, sozialen Standards und Zahlung des Minimums der gesetzlichen Mindestlöhne, werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler sozial Benachteiligter rund um den Globus nachhaltig verbessert.
Die Arbeit von Fairtrade [6] eröffnet Farmer-Kooperativen und Plantagen direkte Vertriebswege zur Vermarktung ihrer Produkte auf dem Weltmarkt und trägt demnach erheblich zur Armutsbekämpfung bzw. zur Schaffung eines lebenswerten Umfeldes bei. Zu den vorgeschriebenen Umweltstandards zählen u. a. die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die Anwendungsbegrenzung bestimmter Pestizide, ebenso gilt ein Einsatzverbot vom gentechnisch veränderten Pflanzen. Der biologische Anbau ist nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber zunehmend gefördert.
Zur Gewährleistung der Verbesserung der Lebensbedingungen der Landwirte ist die Zahlung von Mindestpreisen bzw. von Prämien verbindlich. Diese Prämie trägt entschieden zur umfassenden Förderung von Gesundheit, Umwelt, Bildung und des sozialen [7] Zusammenlebens der Bauernfamilien bei. Die am Fairtrade-System teilnehmenden Kleinbauern sind selbstbestimmend an Entscheidungen der Organisation beteiligt und erfahren dadurch eine Stabilisierung ihrer sozialen Entwicklung.
Einfluss nehmen auf Umwelt, Arbeits- und Lebensbedingungen
Bekanntlich hängt das leibliche und seelische Wohlbefinden jedes einzelnen erheblich von den vorliegenden Gegebenheiten wie Lebens- und Arbeitsbedingungen, der Umweltsituation und der eigenen Gesundheit ab. Genauso nimmt das persönliche Kaufverhalten [8] maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität und die Umweltbedingungen anderer. Dessen scheinen sich seitens der vielfach gelebten „Geiz ist geil“ –Mentalität nach wie vor viele Verbraucher kaum bewusst zu sein oder nicht sonderlich zu kümmern. Dennoch zeichnet sich Studien zu Folge ein Umdenkungsprozess bei den Konsumenten ab. Diesbezüglich spielen bei ihren Kaufentscheidungen nachhaltige Aspekte wie Gesundheit, Umweltfaktoren und faire Entlohnung eine wachsende Rolle.
Das Soziale Dorf, das eine dauerhafte Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit der zukünftigen Dorfbewohner anstrebt, sich für Menschenwürde schlechthin und ökologisch ausgerichtete Aspekte intensiv einsetzt, möchte mit dem Vorhaben des Verkaufs fair gehandelter Waren auch auf globaler Ebene Verantwortung übernehmen und verdeutlichen, dass Geld nicht alles ist im Leben. Durch umweltbewusstes Handeln, gelebter Menschlichkeit und die Umsetzung sozialer Ziele, ist es eigentlich ohne großen Aufwand möglich, die Welt nachhaltig zum Positiven zu verändern.
Quelle: Maria Herzger [9] (Soziales Dorf) [10]
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