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Dioxin: Greenwashing auf der „Grünen Woche“
Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt Entwarnung für die festgestellten erhöhten Dioxin-Konzentrationen der aktuell zahlreichen analysierten Lebensmittel. Auf der „Grünen Woche“ in Berlin teilte das Institut mit, die festgestellten Dioxin-Werte seien nicht gesundheitsgefährdend. Entwarnung sei auch für den Verzehr von Nahrungsmittel gegeben, die über dem Grenzwert liegende Dioxin-Belastungen aufweisen.
"Aus meiner Sicht: Keine Sorgen machen, sondern bunt und lecker weiteressen", empfahl Institutspräsident Andreas Hensel den Verbrauchern. Dioxin ist nach Angaben der Forscher in allen Lebensmitteln enthalten.
BfR sieht keine Gefahr durch Umweltgifte
Anstatt der selbstbenannten Aufgabe des Bundesinstitutes für Risikobewertung gerecht zu werden und umfassenden gesundheitlichen Verbraucherschutz innerhalb und außerhalb Deutschlands zu gewährleisten, wird durch das Bundesinstitut für Risikobewertung in puncto Umweltgifte, wieder einmal mehr bagatellisiert. Das Statement des BfR bläst in das gleiche Horn wie bei Stellungnahmen in der Vergangenheit zu weiteren, in Fachkreisen als stark gesundheitsgefährdend bewerteten Umweltschadstoffen. Nennenswert sind beispielsweise Pestizide oder die Massenchemikalie Bisphenol A (BPA). Während der als besonders umwelt- und gesundheitsgefährdend eingestufte Weichmacher BPA in vielen Ländern mittlerweile in Babyschnullern und –fläschen verboten ist, sieht das BfR nach wie vor keinen Handlungsbedarf.
Alzheimer, Parkinson, Krebs und mehr durch Dioxine
Umweltmediziner beurteilen die unausweichliche kontinuierliche Dioxin-Aufnahme über die Nahrungskette, für die Gesundheit der Bevölkerung keinesfalls als harmlos. Zwar sei das Langzeitgift Dioxin nicht akut gesundheitsgefährdend, aber auf lange Sicht ist mit chronischen Krankheiten zu rechnen. Auf Grund des akkumulativen Effektes durch Ansammlung im menschlichen Fettgewebe, u. a. auch im Gehirn, ist mit Alzheimer, Demenz, Parkinson, Krebs und weiteren degenerative Erkrankungen als mögliche Konsequenz durch Dioxin zu rechnen.
Der Verzehr von Nahrungsmitteln, die stark mit Dioxin belastet sind, im aktuellen Dioxin-Skandal wurden zum Teil 77-fach über dem zulässigen Grenzwert erhöhte Werte nachgewiesen, kann sehr wohl Gesundheitsstörungen verursachen. Bei medizinischen Untersuchungen können diese dann vielfach nicht zugeordnet werden können, weil sie nicht mit der Dioxin-Belastung in Zusammenhang gebracht werden. Der Umweltmediziner Dr. Germann erläutert in einem Interview mit der Sendung Vivo, es sei mehr als angebracht, die Dioxin-Grenzwerte so weit als möglich nach unten zu senken.
Kinder durch Umweltgifte besonders gefährdet
Brustgewebe und Gehirn seien auf Grund der Eigenschaft von Dioxin sich im menschlichen Fettgewebe einzulagern, besonders belastet. Durch das Stillen erlangen Babys über die Muttermilch viel höhere Dixoinwerte als Erwachsene. Desweiteren sammeln Kinder bis zum elften Lebensjahr generell zwei- bis dreifach höhere Dioxinwerte an, als erwachsene Menschen. Dr. Germann sieht die Ursache der Zunahme an kindlichen Entwicklungsstörungen besonders durch die ansteigende Belastung an chlorhaltigen und fluorhaltigen Umweltgiften, wie Dioxinen, begründet.
Die verharmlosende Empfehlung von Andreas Hensel, Institutspräsident des BfR, verdeutlicht wieder einmal mehr, wie es hierzulande um den Stellenwert von Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bestellt ist.
Umweltfreundlich, gesund und appetitlich ist etwas Anderes, abgesehen von den vielen bedauernswerten Tieren, die durch den Dioxin-Skandal ihr Leben lassen mussten.
Ein Beitrag von Maria Herzger
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