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Soziales Dorf | Gesundheitsvorsorge | Deutschland
Soziales Dorf: Projektstand

Natur- und Waldkindergärten fördern Gesundheit und Nachhaltigkeit

Eingereicht von Maria Herzger am 09. Sep 2012 - 08:00 Uhr             Seitenaufrufe: 8582

Bild 0 für Natur- und Waldkindergärten fördern Gesundheit und Nachhaltigkeit

Eine in der Initiative aufgekommene Idee für das ökoSoziale Dorf ist, je nach zukünftigem Standort einen Natur- oder Waldkindergarten vorzusehen, in dem die kleinsten Bewohner ihren kindlichen Tatendrang ausleben dürfen. Erfreulicherweise erfahren die ursprünglich aus einer Initiative in Dänemark entstandenen Natur- und Waldkindergärten, auch in Deutschland in den letzten Jahren wachsende Beliebtheit. 



Spielerisch gegen Krankheiten wappnen

Hier können die Kinder noch richtig Kind sein und nach Lust und Laune herumtoben. Bei Wind und Wetter durchleben sie spannende Abenteuer, bei denen sie auf besondere Art und Weise ihre eigene Persönlichkeit entfalten können und als besonderen Nebeneffekt strotzen sie so mancher Erkältung, da ihr Immunsystem viel intensiver gefordert ist, als im „normalen“ Umfeld. Hygiene und Sterilität werden in deutschen Haushalten groß geschrieben, die Werbung macht´s vor.

Die kaum bedachten negativen Auswirkungen dieser übertriebenen Sauberkeit, mit vielfach zum Einsatz kommenden antibakteriellen Reinigungsmitteln, sind neben der unnötigen Belastung der Umwelt die Förderung von Allergien und Immunschäden. Aus dieser Sichtweise befürworten immer mehr Mediziner das innovative Konzept von Natur- und Waldkindergärten, denn hierbei wird das Immunsystem der Kinder von klein auf spielerisch trainiert. Tägliche Bewegung im Freien bei jedem Wetter schützt vor chronischen Krankheiten, Atemwegserkrankungen und mindert das Allergierisiko ungemein.

Hinzu kommt, dass dadurch dem bereits bei Kindern weit verbreiteten Bewegungsmangel und vielfach vorliegenden Übergewicht Einhalt geboten wird und Aggressionen abgebaut werden bzw. sie erst gar nicht aufkommen können.


Lernen in nachhaltiger und umweltfreundlicher Umgebung

Laut Ausführungen des Bundesverbands der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland e.V. gelten Natur- und Waldkindergärten als innovativste Bildungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter. Die Natur mit allen Sinnen in der Gemeinschaft zu erleben, prägt ihre kindliche Entwicklung auf besondere Art und nimmt entscheidenden Einfluss auf ihr Lern- und soziales Gruppenverhalten. Somit findet eine besondere Förderung ihrer Fähigkeiten, Kreativität und gegenseitiger Rücksichtnahme statt.
Der natürliche kindliche Bewegungsdrang an der frischen Luft wird heutzutage meist zu wenig gefördert. Doch gerade das phantasievolle Spielen im Freien, ruhig auch mal im Matsch, ist für die heutigen Kinder ein viel seltener Spaß. Stattdessen bekommen sie bereits in jungen Jahren viele Verbote, Pflichten und Termine aufgebrummt.

Durch das völlige Eingebundensein in die Natur fördern Natur- und Waldkindergärten auf spielerische Art und Weise das Lernen für´s Leben und einen sorgsamen naturverbundenen Umgang mit der Umwelt, der vermutlich auch für das Erwachsenenalter von entscheidender Bedeutung sein wird.
Denn der Grundstein für ein späteres ökologisches Denken und Handeln wird bereits in der frühen Kindheit gelegt, wobei sich ein fehlender Bezug zur Umwelt und Natur bei Erwachsen nicht mehr, bzw. nur bedingt ausgleichen lässt. Wie ein altbewährtes Sprichwort so schön sagt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", da ist auch für die heutige Zeit etwas Wahres dran.


Phantasievolles Spielen inmitten der Schätze der Natur

Der Spielplatz Natur bietet den Kindern zudem eine nachhaltige persönliche Entwicklung, ohne giftiges Spielzeug in einer schadstoffarmen Umgebung. Erinnern wir uns an unsere eigene Kindheit, waren nicht gerade die „nicht-Spielsachen“ für uns früher am interessantesten und spannensten?!
Statt reizüberflutetem Alltag mit Plastikspielzeug & Co. offeriert die Natur wahre Schätze, die zu entdecken sind, wie z. B. Kastanien, Blätter, Moose, Pflanzen, Pilze, interessante Tiere, Pfützen, Erde, Holz etc. . Hinzu kommen die unterschiedlichen Einflüsse durch das Wetter und die unterschiedlichen Jahreszeiten, die es zu erkunden gilt und die den Tagesablauf am Ort der Nachhaltigkeit abwechslungsreich mitgestalten, wie z. B. Regentropfen, Schneeflocken, Wind und Sonnenstrahlen. Als Schutz vor Regen und Kälte dient zumeist ein Bauwagen in dem sich die Kids aufwärmen und es sich gemütlich machen können.


Gesundes Aufwachsen auch für Kinder außerhalb des ökoSozialen Dorfes

Auf Grund des angestrebten Prinzips eines „offenen Dorfs“, ist es durchaus vorstellbar und wünschenswert, auch Kindern von außerhalb des ökoSozialen Dorfes an diesem besonderen Lernspielort eine kindgerechte Betreuung, mit all den speziellen pädagogischen Möglichkeiten eines Natur- bzw. Waldkindergartens, teilhaben zu lassen.
Im Ökodorf Sieben Linden wird ein solcher Waldkindergarten bereits seit 2002 erfolgreich praktiziert. Die Vorteile eines solchen Naturspielplatzes liegen klar auf der Hand, denn letztendlich profitieren Persönlichkeit wie auch die körperliche Fitness und Beweglichkeit der Kinder, in besonderem Maße von dieser speziellen frühkindlichen Betreuung.

Die Kinder von gesellschaftlich Benachteiligten, oftmals an Depressionen leidenden Eltern oder Alleinerziehenden, wissen ihre Kids in einer derartigen Einrichtung gut versorgt und könnten sich in dieser Zeit entspannt der Bewältigung ihres Alltags bzw. der Verbesserung ihrer eigenen Gesundheit widmen.
Für besonders förderungsbedürftige Kinder bedeutet das gemeinschaftliche Erleben von abwechslungsreichen Abenteuern in freier Natur, Ablenkung vom sicherlich auch für sie nicht immer einfach zu bewältigenden Tagesablauf. Das besondere Angebot eines Natur- bzw. Waldkindergartens wird sich somit sicherlich entscheidend und positiv auf ihre ganz persönliche Entwicklung und ihr späteres Leben auswirken.


Lernspielorte für Kinder und Jugendliche

Spielen und Lernen im Freien gefällt nicht nur den ganz Kleinen, davon weiß Detlef von seinen
Fotoexkursionen ins Eine-Welt-Dorf in Minden zu berichten. Das Eine-Welt-Dorf ist ein durch die Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung gefördertes Gemeinschaftsprojekt, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinschaftlich zusammenwirken. Es liegt auf einem Nebengelände der Grundschule Eine-Welt-Schule in der Mindener Altstadt.

Das Eine-Welt-Dorf stellt sozusagen einen Lernspielort der besonderen Art dar, der ökologisches Handeln in multikultureller Gemeinschaft und soziales Lernen unterstützt. Die Kinder fühlen sich sichtlich wohl und sind mit Herz und Seele dabei, wenn mit ihrer tatkräftigen Hilfe wieder einmal ein neuer Lehmbau entsteht, wie bspw. die einst in die Tat umgesetzte Nisthilfe für Insekten.

Von daher würde das Angebot eines Natur- bzw. Waldkindergartens, sowie erweiterte nachhaltige und auf Aktivitäten im Freien ausgerichtete Angebote für Kinder und Jugendliche, die allgemein angestrebten Ziele des solidarischen und gesundheitlichen Miteinanders im anvisierten ökoSozialen Dorf besonders unterstreichen. Eine ökologisch und sozial geprägte Lebenseinstellung würde somit bereits bei den Kleinen von Kind an gefördert und sich ggf. in ihrer künftigen Lebensentwicklung weiter vertiefen.


Autorin: Maria Herzger



Anmerkungen:
Mehr Matsch für Kinder: Pädagogischer Fortschritt, Kindergärten inmitten der Natur
FOTO: Gregor Sticker (wc) | Maria Herzger (2x) | Stebchen / pixelio.de | Detlef Müller


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Kommentare

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  1. Kommentar gelöscht
    Ein Kommentar gelöscht. Grund: Kommentarspam, willkürliche Diffamierung und Beleidigung von Personengruppen.

    Auch wenn man Rauchen für sich selbst (möglicherweise vehement) ablehnt, sind Raucher noch lange keine "Junkies", die "alles kaputt machen".

    Detlef Müller
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